Black Swan
|
| Unverb. Preisempf.: | EUR 9,99 |
| Preis: | EUR 7,95 & wird bei einer Bestellung über 20 EUR versandkostenfrei geliefert. Details |
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Versand und Verkauf erfolgt durch AMAZON.DE
72 neu oder gebraucht verfügbar EUR 3,95
Durchschnittliche Kundenbewertung:(278 Kundenrezensionen )
Produktbeschreibung
Die junge, aufstrebende Ballerina Nina (Natalie Portman) bekommt die Doppelrolle ihres Lebens: In "Schwanensee" soll sie sowohl den unschuldigen weißen als auch den dämonischen schwarzen Schwan verkörpern. Während sie die perfekte Besetzung für den weißen Schwan ist, muss sie für den Gegenpart der Figur lernen loszulassen und die dunkle Seite in sich hervorbringen.
Angetrieben von dem charismatischen Ballettdirektor Thomas Leroy (Vincent Cassel) versucht sie verzweifelt ihre Blockaden zu überwinden. Ausgerechnet die neue, attraktive Kollegin Lily (Mila Kunis) hat all das, was Nina zu fehlen scheint. Droht Nina sogar die Rolle an Lily zu verlieren?
Ninas Verzweiflung wächst und sie stößt einen ebenso befreienden wie selbstzerstörerischen Prozess an, bei dem die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Aber ungeachtet aller Gefahren treibt Nina ihre Vorbereitungen für die Premiere des Stücks weiter - denn für sie zählt nur
Produktinformation
- Verkaufsrang: #101 in DVD
- Marke: PORTMAN NATHALIE
- Erscheinungsdatum: 2011-06-10
- Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
- Anzahl Disks: 1
- Formate: Dolby, PAL, Widescreen
- Untertitel in: Deutsch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch
- Länge: 112 Minuten
Features
- Jahr: 2010
- Regie: Darren Aronofsky
- Medium: DVD
- Laufzeit: ca. 103 Minuten
- Label: 20th Century Fox Home Entertainment
Beschreibung
Movieman.de
BLACK SWAN ist keine Ehrerbietung vor dem Ballett. Ja, man muss noch nicht mal Passion dafür haben, um tief in diesen Film hineingezogen zu werden. Denn in der Essenz geht es nicht um das Ballett an sich. Es ist - und das gilt insbesondere für das Stück "Schwanensee" - eine Metapher für den real existierenden Konflikt hinter den Kulissen der Produktion. Und mehr noch als das: BLACK SWAN ist ein psychologisches Drama, das eine junge Frau in den Mittelpunkt rückt, die in ihrem Leben alles kontrolliert - oder kontrolliert wird. Sie ist sexuell verklemmt, ein sozialer Autist, still und leise, davon besessen, in allem perfekt zu sein, und Spielball von Elementen, denen sie sich nicht enziehen kann: Sexuelle Avancen, eine alles kontrollierende Mutter und körperliche Zwänge, die auf tiefliegende psychologische Probleme schließen lassen. Der Film gibt sich in vielerlei Hinsicht wie ein Psycho-Thriller, spielt mit der Wahrnehmung und nutzt dafür Spiegel und Doppelgänger. Er weist den Zuschauer immer darauf hin, dass in Nina nicht nur der weiße Schwan schlummert. Doch die Transformation zum schwarzen Schwan ist ein schmerzhafter, irrlichternder Prozess, bei dem Wahnvorstellungen immer omnipotenter werden. Und am Ende die einzige Freiheit jene ist, die auch der weiße Schwan in Pjotr Iljitsch Tschaikowskis "Schwanensee" findet. Fazit: Faszinierender Film, der nachwirkt und Stoff für Diskussionen liefert.
Moviemans Kommentar zur DVD: Black Swan ist ein wenig unruhig im Bewegungsablauf. Einen gewissen Anteil daran hat das leicht körnige und immer wieder leicht grieselnde Bild (10.49). Gesichter wirken auf den ersten Blick recht scharf wie man an Vincent Cassels grauen Haaren gut erkennen kann. Aber oft (11.30) wirken Gesichter etwas zu flächig. Auch der Kontrastumfang erfüllt nicht alle Wünsche an eine gut durchsehbare Inszenierung (19.53). In Cassells Büro werden Gegenstände im Hintergrund ohne Konturen abgebildet und verlaufen zusammen zu einem schwarzen Brei. Der akustische Part wird von leise eingespielter Klaviermusik dominiert, die sich weitgehend über die vorderen 3 Kanäle verteilt. Seitens der Surroundkanäle wird nur selten und pointiert mit Effekten gearbeitet. Der eigentliche Raumeindruck ist sehr behutsam bestimmt worden und ist zwar dezent, aber tief gestaffelt und druckvoll. Leider hat man in dieser Version auf Bonusmaterial verzichtet, was die Gesamtnote verhagelt. Wer Boni möchte, dem bietet die Blu-ray eine ganze Reihe Featurettes. --movieman.de
VideoMarkt
Tänzerin Nina will unbedingt die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan in einer neuen Produktion von Tschaikowskis "Schwanensee". Der Druck ihrer Mutter, die ihre eigene Karriere wegen der Schwangerschaft aufgeben musste, schürt Ninas Ehrgeiz zusätzlich. Doch ihr Lehrer wirft ihr einen Mangel an Sex-Appeal für die Rolle des schwarzen Schwans vor. Zwar bekommt sie die Traumrolle schließlich doch, glaubt ihre Position als Star der Truppe aber gefährdet - insbesondere durch das neu engagierte Talent Lilly, die viel lockerer als sie selbst ist.
Video.de
Zwischen psychologischem Drama, purem Horror und großer Oper siedelt Darren Aronofsky seinen Nachfolgefilm von "The Wrestler" an. Raffiniert konstruiert und choreografiert der Regisseur Geschichte und Tanzszenen, die sein Stammkameramann Matthew Libatique in dynamische, mitreißende Bilder packt. Vor allem aber ist der Film ein Triumph von Oscar-Gewinnerin Natalie Portman, die an der Seite der ebenfalls überragenden Mila Kunis, Vincent Cassel, Barbara Hershey und Winona Ryder über sich selbst hinauswächst. Ein Meisterwerk.
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
360 von 430 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4 Sterne als durchschnittliche Kundenbewertung sind das Ergebnis, wenn....
Von Leviathan
...ein grandioser Film, massenwirksam im mainstream vermarktet wird. Da prallen naturgemäß Welten aufeinander. Die einen erwarten einen Ballett-Film und sind enttäuscht weil das Ballett-Milieu bloß die Kulisse für eine tiefgreifende Handlung ist. Die Saw-Generation erwartete einen Psycho-Thriller und langweilte sich schon nach 10 Minuten. Der solide Thriller-Seher erwartet eine rationale Auflösung und geht angesichts der surrealen Szenen angefressen aus dem Kino, tja und ich bin völlig ohne Erwartungen (schon fast ein bisschen gezwungenermaßen) ins Kino gegangen und war baff mit welcher Genialität und Einfühlsamkeit Aranofsky den psychischen Kollaps dieses Mädchen porträtiert. Ich war von der Handlung, den Bildern, der grandiosen Schauspielerei Portmans (die den Oscar mehr als verdient hat) gefesselt und berührt und als sich gegen Ende schließlich der schwarze Schwan in ihr zeigte, hatte ich das Gefühl das Böse höchstpersönlich hätte seinen Schleier über das Kino gelegt. Das Ende war dann ein grandioses (wenngleich natürlich vorhersehbares), emotionales Feuerwerk, bei dem auch ich als Mann, der noch bei keinem Film geweint hat, die Tränen unterdrücken musste, während meine Freundin daneben die ersten Minuten gar nicht fähig war, aufzustehen, weil der Film sie so sehr mitgenommen hatte.
Aranofskys "Requiem For A Dream" zählte schon bisher zu meinen ganz persönlichen Top 20-Filmen der besten Filme aller Zeiten, wird aber von Black Swan eindeutig übertrumpft. Anschauen!
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Paranoia beflügelt
Von jury
Nach 10-jähriger Vorbereitung wagte sich Darren Aronofsky 2010 in seinem dritten Film an den klassischen Konflikt zwischen Eros und Tugend: Eine Prima-Ballerina soll in einer modernen Umsetzung von "Schwanensee" zunächst eine tugendhafte und schließlich eine sinnliche Frau verkörpern.
INHALT
Die junge Solotänzerin Nina (Natalie Portman, 29), zerrissen zwischen dem Leistungsdruck ihrer Mutter und dem Anspruch des Choreographen Thomas Leroy (Vincent Cassel, 44), soll also in dieser Neuproduktion sowohl den weißen als auch den schwarzen Schwan tanzen.
Den Part des weißen Schwans, die Reinheit und Tugend, kann sie nach einem Leben, das völlig der Perfektion und Leistung gewidmet war, grandios umsetzen - aber Thomas versucht, in ihr auch die Sinnlichkeit und Triebhaftigkeit zu wecken, die für die Ausstrahlung des schwarzen Schwans ausschlaggebend ist. Ausgerechnet Ninas Zweitbesetzung Lily (Mila Kunis, 27) verkörpert genau diesen Typ, was Thomas Nina auch vorhält. So entsteht eine Konkurrenzsituation, die letztlich Nina in psychotische Phantasien treibt.
Rollen und Wirklichkeit verschmelzen für sie zu einer fantastischen Scheinwelt: wird Nina die Reinheit der Jugend und die Sinnlichkeit der reifenden Frau in sich vereinigen können?
WÜRDIGUNG
Was die Macher und Schauspieler eng verbindet, ist ihre Nähe zum Ballett und ihre ungeheure Leistungsbereitschaft.
Mila Kunis verfügte über Tanzerfahrung aus ihrer Kindheit. Für den Film wurde sie drei Monate lang 5 Stunden pro Tag trainiert. Natalie Portman trainierte sogar ein Jahr lang - lange Zeit auf eigene Kosten - in gleicher Intensität, zum Beginn des Drehs nahm sie 20 Pfund ab. 111 von 139 Tanzszenen konnte sie selbst realisieren - 28 Szenen wurden von der Tänzerin Sarah Lane übernommen.
Bei den Dreharbeiten lernte Natalie Portman den Ballett-Tänzer Benjamin Millepied kennen und ist nun mit ihm verlobt. Im Juni 2011 brachte sie ihren Sohn Aleph Portman-Millepied zur Welt.
Selbst Cassel hatte in jüngeren Jahren Tanzunterricht...
Manchem Kritiker war Darren Aronofskys Film zu realistisch, von einer Bekannten habe ich ähnlich Kritik in Bezug auf die Szenen gehört, in denen Nina sich verletzt oder durch das Tanztraining verletzt wird. Anderen wird gerade solches einen realistischen Zugang zum Ballett ermöglichen, einen ungeschminkten Blick hinter die Fassaden, der diesen Film von aalglatt schönen Produktionen angenehm abhebt.
Obwohl "Black Swan" ein großer Erfolg war, ist er mehr als künstlerischer Film für Menschen mit einer gewissen Neigung zum Ballett und Interesse an der Entwicklung von Menschen in Extremsituationen zu charakterisieren.
AUSSTATTUNG & TECHNIK
Die 2011er Blu-ray der 20th Century Fox kommt in einem Set von zwei Discs (Blu-ray und DVD) plus "Digital Copy" [1] und BD-Live. Für ein Werbeblättchen fand sich auch noch Raum in der Hütte, nicht aber für ein Wendecover. Der Film wird im Format 2,40:1 gezeigt (Original-Format 2,39:1). Die Spieldauer beträgt 108 Minuten.
Bis ins Hauptmenü kämpft man sich durch vier Trailer (Casino Jack, Conviction, Never Let Me Go, und Street Kings 2) durch, die man allerdings abschalten kann. Wenn der Film nicht so großartig wäre, müsste man für diesen Unfug allerdings schon eine Abwertung vornehmen.
5.1 DTS-Tonspuren:
- Deutsch
- Italienisch
- Spanisch
- Portugiesisch
- Lateinamerikanisches Spanisch
Der englische Originalton liegt in 5.1 DTS HD Master Audio vor.
Untertitel in den o.a. Sprachen sowie in Brasilianisch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch, Chinesisch traditionell oder vereinfacht, Dänisch, Türkisch, Griechisch und Rumänisch.
Extras:
- Die Entstehung von Black Swan" (dreiteilig, 1080p, ca. 48:55 min.)
- Das Ballett Schwanensee" (1080p, ca. 2:33 min.)
- Produktionsdesign (1080p, ca. 4 min.)
- Kostümdesign
- Interview mit Natalie Portman (1080p, ca. 3:16 min.)
- Interview mit Darren Aronofsky (1080p, ca. 2:48 min.)
- Natalie Portmans Vorbereitung auf die Rolle (1080p, ca. 3:53 min.)
- Tanzen mit der Kamera (ca. 1:35 min.)
- Natalie Portman über ihre Rolle "Nina" (SD, ca. 5:56 min.)
- Winona Ryder über ihre Rolle "Beth" (SD, ca. 2:17 min.)
- Barbara Hershey über ihre Rolle "Erica" (SD, ca. 3:37 min.)
- Vincent Cassel über seine Rolle "Thomas" (SD, ca. 4:43 min.)
- Regisseur Darren Aronofsky über Herausforderungen des Filmdrehs (SD, ca. 6:23 min.)
- Original Kinotrailer (ca. 2:02 min.)
Um den absolut 1:1 transferierten Bild-Code des Films angemessen beurteilen zu können, muss man wissen, dass Regisseur Darren Aronofsky und Kameramann Matthew Libatique sich entschieden hatten, statt üblicher 35 mm Analogkameras oder Digitalkameras wie der Red One videofähige Digital-Spiegelreflexkameras (Canon 5D Mk II und 7D) sowie eine 16 mm Arriflex Analogkamera einzusetzen, wofür neben den Kosten das geringe Gewicht und die leichte Handhabung die ausschlaggebenden Motive darstellten. In den Extras ist beispielsweise zu sehen, wie bei den Ballettaufnahmen Kamera und Licht quasi mittanzen mussten - verständlich, dass solche Aufnahmen mit "schwerem Gerät" unmöglich wären.
Aus den verwendeten Kameras ergeben sich Unterschiede zum gewohnten 35-mm-Bild. Auf 16 mm kommt ein körnigerer, weicherer Bildeindruck zustande, während die Canon-Kameras bei geringem Licht in gewissem Umfang rauschen.
Auch wenn man eigentlich mit 16 mm Film eine geringere Auflösung erzielt, sind doch speziell einige Großaufnahmen in ihren Details überwältigend. Die starke und realistische Farbigkeit lässt beispielsweise Tanzszenen mit ihren auffälligen Kostümen bezaubernd aussehen. Auch wenn in dunklen Passagen manches Detail in einer Mischung von Korn und Rauschen verloren geht, kommt doch das Schwarz selbst an anderen Stellen ausreichend tief und der Kontrast ist perfekt.
Bemerkenswert ist, dass keine Artefakte durch übertriebene Rauschunterdrückung oder Kantenschärfung ins Auge fallen - alles in allem eine gelungene Postproduktion.
Die in perfekter Zusammenarbeit von Maske und Computertechnik gezauberten Tricks sind atemberaubend. Es lohnt sich, in den Extras anzuschauen, wie z.B. Nina die Schwanenfedern aus den Armen wachsen.
Der Ton - speziell auf der englischen MA-Spur - bringt den Psycho-Terror, dem Nina subjektiv ausgesetzt ist, brillant zur Geltung. Auch die Rückkanäle bekommen zu tun: U-Bahn - Geräusche, rauschende Federn, schweres Atmen - aber all das unprätentiös und sehr natürlich. Sehr markant gelang die Szene, in welcher die Kamera um die Tänzer kreist, während ein Korrepetitor spielt: Im Ton kreist das Klavier mit. Auch die Orchester-Musik überzeugt durch klaren Sound und reiche Dynamik. In einer Nachklub-Szene sollte man auf extreme Pegel gefasst sein. Dialoge gehen nicht im Mix unter.
FAZIT
Film, Darsteller und Crew gewannen über 25 Preise, Natalie Portman insbesondere gewann alle Preise, für welche sie nominiert war, darunter der Oscar 2011 - völlig zu Recht. Wenn man in den Extras die "wahre" Natalie Portman mit der so wandlungsfähigen Nina des Films vergleicht, wird einem bewusst, dass selten ein Schauspieler so verwandlungsfähig und in seine Rolle hineingewachsen war.
Aber der Film begeistert vor allem als Ganzes. Die Musik, der Tanz verschmelzen mit dem Geschehen in einzigartiger Art und Weise. Das Leiden und die Befreiung der jungen Frau bewegen zutiefst. Black Swan" ist ein Film, der mit jedem Anschauen besser wird.
film-jury 5* A0919 13.4.2012eg Genre: Drama | Mystery | Thriller
[1] Eine "Digital Copy" ist für iTunes und PlayStation gedacht. Zur Aktivierung benötigt man den beiliegenden Code, der bis Mitte 2013 gültig sein soll.
21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die trügerischen Illusionen einer Primaballerina
Von Mrs. Peel
Tschaikowskys Ballett "Schwanensee" erzählt die tragische Geschichte von Odette, die von dem bösen Zauberer Rothbart in einen weißen Schwan verwandelt wurde und nur von demjenigen von ihrem Bann erlöst werden kann, der ihr die ewige Liebe schwört. Prinz Siegfried kann sein gegebenes Versprechen nicht einhalten, weil er irrtümlich einem schwarzen Schwan verfällt, der Odette täuschend ähnlich sieht, in Wahrheit aber nur ihr dämonisches Gegenbild ist, das von Rothbart kreiert wurde, um den Prinzen zu verführen. Im ursprünglichen Schluss von Tschaikowskys Stück stirbt letztendlich der weiße Schwan. In dem morbiden Thriller "Black Swan" greift die dramatische Handlung des Balletts immer stärker auf die Filmrealität über, so dass beide Ebenen mit Fortschreiten des Plots zunehmend miteinander verschachtelt werden, bis sich eine einzigartige Symbiose aus der Musik, dem sagenhaften Mythos von der Schwanenprinzessin und den Filmfiguren ergibt.
Die Verkörperung des weißen und des schwarzen Schwans stellt hohe Anforderungen, an denen schon so manche Solistin zerbrochen sein soll. Was nicht nur den Schwierigkeiten der tänzerischen Technik oder dem Ausdruck der darstellerischen Ästhetik geschuldet ist, sondern auch der Schizophrenie der Rolle selbst, die es erfordert, zwei Seiten einer Seele darzustellen, die Tugendhaftigkeit des Guten und die Verwerflichkeit des Bösen, die in einem unversöhnlichen Konflikt miteinander ringen. Die Balletttänzerin Nina stößt in "Black Swan" ebenfalls an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Ihr Traum von der großen Chance hat sich endlich erfüllt, als Solistin löst sie in "Schwanensee" die alternde Primaballerina Beth ab, die von dem Choreographen Thomas eiskalt aufs Abstellgleis versetzt wurde. Doch für die perfektionistisch veranlagte Nina werden die knallharten Proben unter dem erbarmungslosen Erfolgsdruck zum quälenden Alptraum, der in ihr intensive Versagensängste schürt und erste physische Deformationen an ihrem Körper hinterlässt. Sie verliert an Gewicht, ihre wunden Füße fangen in den Spitzenschuhen an zu bluten, ein Ausschlag bildet sich auf ihrem Rücken und einen glaubhaften charismatischen Ausdruck für den schwarzen Schwan kann sie trotz ihrer tänzerischen Fähigkeiten im Gegensatz zu ihrer vermeintlichen Konkurrentin Lily nicht finden. Zum Leidwesen ihres Choreographen, der mit allen Mitteln versucht, den schwarzen Schwan in Nina zu entfesseln, denn der dunkle Impuls dafür muss aus den finsteren Abgründen der eigenen Seele kommen, die Nina in ihrem kontrollierten Leben bislang noch nie erfahren hat.
In Darren Aronofskys Filmen geht es fast immer um Menschen, die sich für ihre Leidenschaften bedingungslos aufopfern, weil sie in ihrer manischen Sucht von ihren Obsessionen nicht loslassen können und deshalb bereit sind, sich seelisch zugrunde zu richten. Dieser selbstzerstörerischen Hingabe verfielen Marion und Harry in "Requiem For A Dream" als sie ihrer Drogenabhängigkeit erlagen und auch Randy The Ram hat in "The Wrestler" den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg in ein normales Leben verpasst. Nicht anders ergeht es der vom Ehrgeiz zerfressenen Nina in "Black Swan", weil sie in ihrem isolierten Dasein aus der abgeschotteten Welt des Balletts einfach keinen Ausweg mehr findet und unfähig ist, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Allen Warnungen ihrer Mutter zum Trotz, die sich ebenfalls einst als Tänzerin versuchte, es allerdings nie so weit brachte, weil sie nur eine von denjenigen war, die in der Bedeutungslosigkeit der zweiten Reihe verharrten. Ein Schicksal, das sich Nina unbedingt ersparen möchte. In ihrer Verzweiflung bricht sie aus der wohlbehüteten Obhut ihrer Mutter aus, gibt sich den teuflischen Verlockungen der Drogen hin und riskiert den hedonistischen Blick auf die Faszination des Grauens, weil sie als Preis für ihren großen Traum einen Teil ihrer Identität aufgeben muss und den weißen Schwan in sich tötet, um den Schwarzen tanzen zu können. Bis sie schließlich in eine schizophrene Paranoia fällt, die in Ninas subjektiv verzerrtem Bewusstsein die Grenzen zwischen Einbildung und Wirklichkeit immer mehr auf surreale Weise verschwimmen lässt.
"Black Swan" zeigt den extremen Gegensatz zwischen der anmutigen Schönheit des Balletts und dem verdrängten Anderen, das hinter dem extrovertierten Traum von der Primaballerina lauert: die egozentrischen Neurosen der Solisten, die arroganten Eitelkeiten der Choreographen, die argwöhnische Eifersucht im Ensemble, die unterdrückten Begierden und unerfüllten Sehnsüchte, die in eine gnadenlose Rivalität münden. Nicht zuletzt ist "Black Swan" deshalb auch ein Film über die narzisstische Veranlagung der Kunst selbst und die trügerischen Illusionen, die sie von der Bühne herab schürt. Wer wie Nina den ganzen Tag in Pirouetten vor lauter Spiegeln entlang wandelt, fängt irgendwann an zu glauben, dass sich die Welt nur noch um das eigene Ego dreht. Am Ende hat sie die Transformation vollzogen, Nina zelebriert ihren perfekten Moment, doch an ihrer Rolle ist sie längst kaputtgegangen. Der Kreis zu Odette in "Schwanensee" schließt sich nun. Das Böse hat triumphiert!
Der Film konzentriert sich im Wesentlichen auf das Geschehen hinter den Kulissen, das in kalten Bildern mit diffuser Ausleuchtung abgefilmt wurde. Der verspiegelte Ballettsaal, die leeren Flure, die Enge von Ninas Wohnung und die aufgewühlten Garderoben werden zum Sinnbild für die prekäre Kehrseite zur schillernden Kunst auf der Bühne. Die Sequenzen der Ballettproben sind schnell geschnitten, wobei sich die Bildführung meist der Choreographie anpasst. Die Handlung wird ausschließlich aus der Perspektive von Nina geschildert, indem die Protagonistin penetrant vom Auge der Kamera verfolgt wird, das sich mindestens genauso nervös gibt wie Nina selbst. Ein tolles Cast hat Darren Aronofsky um Natalie Portman und Mila Kunis aufgebaut. Vincent Cassel spielt den unerbittlichen Choreographen Thomas, Barbara Hershey brilliert als Ninas Mutter und Winona Ryder mimt die runtergekommene Startänzerin Beth. Das Bild der DVD ist etwas grobkörnig, weil Aronofsky bis auf die Horror-Effekte auf eine visuelle Nachbearbeitung zugunsten einer authentisch erscheinenden Atmosphäre weitgehend verzichtet hat. Bonusmaterial ist auf der Einzel-DVD nicht vorhanden.